Valentinstag, geliebter Tag des Konsums

14. February 2012

Tag der Liebe und der Freundschaft. Überall Herzchen, Werbung für Pralinen, Schmuck und Blumengrüße. Heute ist es wieder soweit: Zeigt Euren Liebsten Eure Liebe! Mit neuen Ohrringen, Konzertkarten, teurer Schokolade, romantischen Aktionen, einem Candle-Light-Dinner mit anschließendem Filmabend und mindestens 20 roten Rosen, am besten per Blumenkurier direkt an den Arbeitsplatz. Und wie jedes Jahr kann ich nur den Kopf darüber schütteln… Denn, mal ehrlich, braucht die Liebe einen bestimmten Tag? Sollte man nicht jeden Tag des Jahres dazu nutzen, den Menschen, die einem wichtig sind, genau das auch zu zeigen? Sich zum Valentinstag etwas zu schenken, das finde ich ungefähr so romantisch wie die Institution “Roseninder”.

Kommunikation oder Komplikation?

23. January 2012

„Kommunikation ist unwahrscheinlich.“ Niklas Luhmann. Definitiv ein weiser Mann. Aber ich denke, er liegt falsch. Ich bin eine Frau. Kommunizieren gehört zu unserem Wesen, zu unserer Auffassung von Zwischenmenschlichkeit. „Wir können nicht nicht kommunizieren.“ Das hat übrigens Paul Watzlawick gesagt. Auch ein weiser Mann. Doch wie weise sind Männer und Frauen beim Thema Kommunikation wirklich? Wann erleichtert uns das Reden das Zusammenleben, und wann verkomplizieren Worte alles nur unnötig?

Viele Beziehungen sind an mangelnder Kommunikation gescheitert, viele bestehen nur noch aufgrund des (im besten Fall einvernehmlichen) Totschweigens einiger – eigentlich wichtiger – Punkte. Wie erkennt man, worüber man reden sollte und worüber nicht?

Same procedure as every year

29. December 2011

Es ist wieder so weit. Das Jahr 2011 neigt sich seinem Ende zu, ist an seinem Verfallsdatum angelangt. Es geht am Stock und kann sich kaum noch rühren. Noch zwei Tage, nur wenige Stunden, und 2011 beißt ins Gras. Ein Jahr endet, ein neues beginnt. Die Menschen kaufen Feuerwerk und arbeiten an ihren Vorsätzen fürs neue Jahr (nicht rauchen, abnehmen, Sport treiben, neuen Job finden…), die sie sowieso nicht einhalten werden.

Und hier sitze ich, wie jedes Jahr Ende Dezember, trinke ein Glas Wein und blicke zurück. Es ist eigenartig – anstatt mich auf das zu konzentrieren, was kommen mag (schließlich liebe ich es, Pläne zu schmieden und an ihrer Realisierung zu arbeiten), schaue ich mir in diesen Tagen nur die Dinge an, die geschehen und somit nicht mehr veränderbar sind. Und messe mich daran.

Offener Brief an den Weihnachtsmann

19. December 2011

Lieber Weihnachtsmann,

zuerst möchte ich mich für die letzten knapp 2.000 Jahre toller Arbeit bedanken, mit der Du Millionen Kindern in etlichen Generationen den Winter versüßt hast. Riesige Haufen Geschenke auf klapprigen, von meuternden Rentieren gezogenen Schlitten überall auf der Welt zu verteilen und in manchen Ländern auch noch durch zu enge Schornsteine zu müssen – das ist echt Schwerstarbeit, die ich hiermit gewürdigt wissen möchte. Mir ist schleierhaft, wie Du es hinbekommst, immer so genau zu wissen, wer brav war und wer nicht und was auf wessen Wunschliste steht. Eins ist klar: Du bist ein logistisches Genie. Und ich als Planoholikerin (oder Planophile? Oder wie nennt man jemanden, der krankhaft alles zu planen versucht?) ziehe davor meine Wollmütze.

Jetzt aber zum eigentlichen Grund meines Briefes. Heute war ich nach der Arbeit in der Hannoveraner Innenstadt, um “kurz mal eben” noch ein paar Geschenke zu besorgen für liebe Anverwandte, Freunde und Wichtelgeschenkempfänger. Und angesichts dessen, was ich da draußen vorfand, muss ich Dich echt fragen: Was hast Du Dir dabei eigentlich gedacht??

Und plötzlich ist Weihnachten

14. December 2011

Jedes Jahr ist es im Grunde dasselbe. Man nimmt sich vor (meistens als Lehre aus dem Vorjahr), frühzeitig alle Geschenke zu besorgen, in der Adventszeit Kekse zu backen und das volle Deko-Programm zu fahren – und plötzlich ist es schon wieder Mitte Dezember. Weit und breit keine Weihnachtsstimmung in Sicht. Im Gegenteil. Eher Weihnachtsfrust als Weihnachtslust. Die Geschenkeliste ist natürlich nicht abgearbeitet. Bei einigen Personen hab ich ja nicht einmal eine Idee, was ich schenken soll. Und ob. Und überhaupt. In zehn Tagen ist Weihnachten. Was ist bloß wieder schief gelaufen?

Ikea – Feind oder Freund der Single-Frauen?

06. December 2011

Letztes Jahr im Sommer war ich Single. Unfreiwillig, kann man sagen, aber fest entschlossen, das Beste daraus zu machen. Dazu gehörte auch eine umfassende persönliche Neuausrichtung. Ich brauchte eindeutig einen Umgebungswechsel. Und weil man überall gleich gut neu anfangen kann – schließlich bringt Weglaufen nichts, weil man sich selbst überall hin mitnimmt – begnügte ich mich mit einer Luftveränderung innerhalb Hannovers. Byebye Pärchenwohnung in Groß Buchholz, hallo eigenes Reich in der Südstadt. Und an die neue Wohnung hatte ich hohe Ansprüche. Sie musste – wie konnte es auch anders sein – perfekt sein.

Obwohl meine Einstellung es nicht gerade einfach machte, hab ich sie doch gefunden. Die Wohnung, bei der ich nicht nur dachte “och, ganz nett, hier könnte man wohnen”, sondern in der ich mich nach den ersten Sekunden der Besichtigung zuhause fühlte. Aber bei der Wohnung selbst, den vier Wänden mit Balkon, fängt es ja erst an. Sie ist die Hülle, die mit Leben gefüllt werden muss, um sich wirklich wohlzufühlen. Mit eigenem, neuem Leben. Oder anders gesagt: auf in den Baumarkt und ins Möbelhaus!

Interessehalber

01. December 2011

Ein Mann, eine Frau, ein paar Blicke, Worte, Berührungen. Irgendetwas passt, reizt, erregt. Es funkt. Man geht einander förmlich unter die Haut, schaut bis zur Seele, ohne wirklich in die Tiefe zu gehen, bewegt den anderen. Ihn, seine Art zu denken, seine Art, die Welt zu sehen. Am Anfang ist alles frisch, alles neu. Unterschiede sind erfrischend, aufregend.

Mit der Zeit dann die Ernüchterung. Wenn man das Kribbeln im Bauch und die körperliche Anziehung wegnimmt, wie viele Gemeinsamkeiten bleiben dann übrig? Sind die Unterschiede nicht viel gravierender? Wie kann man sie positiv nutzen? Wie schafft man aus unterschiedlichen Interessen eine Basis für eine langandauernde Zweisamkeit?

Die große drei-null

24. November 2011

Eine Freundin von mir ist vor kurzem 30 geworden. Sie nimmt es mit ganz viel Humor und sagt, dass Sie sich freut, endlich im Kreis der Augencreme- und Anti-Age-Produkte-Benutzer angekommen zu sein. Dabei strahlt sie übers ganze Gesicht und die zarten Linien in ihren Augenwinkeln machen ihr Strahlen nur noch echter und heller. 30 können also schön sein. Warum macht mir der Gedanke an diesen Geburtstag, der mir in rund zwei Jahren bevorsteht, trotzdem Angst? Was ist das Schlimme an der großen drei-null?

Alles nach Plan oder was?

15. November 2011

Ich bin ein Kontrollfreak. Das war ich schon immer. Seit ich denken kann, hatte ich immer für alles einen Plan. Meistens sogar einen verdammt guten. Nicht nur eine ungefähre Vorstellung, sondern einen richtigen durchdachten Plan, ein Ziel: So und nicht anders. Ich wusste immer, wie mein Leben laufen, wie meine Zukunft aussehen sollte. Ich hatte den Plan ganz klar vor Augen. Und lange Jahre hat das auch funktioniert. Ich hatte alles unter Kontrolle, alles lief nach Plan. Denn eigentlich war ja alles ganz simpel. Schöne Kindheit. Behütete Jugend. Erste Liebe. Flügge werden. Klasse Abitur. Gutes Studium. Super Job. Große Liebe. Mit 30 den Traummann heiraten. Haus, Kinder, Golden Retriever. So weit, so gut.


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