Neustart 2015 – Alles auf Anfang.

01. January 2015

Bestandsaufnahme. 2014 ist vorbei. Gekommen als das schönste Jahr meines Lebens, gegangen als das emotional bewertet schlimmste Jahr aller Zeiten. Es war laut, leise, glücklich, traurig, intensiv, anstrengend, voller Höhenflüge und Enttäuschungen. Es hat mich fliegen lassen und fallen, dieses Jahr, und jetzt stößt es mich in den nächsten Tanz, ob ich will oder nicht. Darf ich bitten? Johanna. Sehr erfreut, 2015. Hier bin ich. Mit zehn Kilo weniger (sehr gut), einer neuen Wohnung, die ich erst zu einem Zuhause machen muss (ausbaufähig), als Single (definitiv nicht gut) und vollkommen ohne Plan (Katastrophe). Fazit: Mängelexemplar.

Männer, Frauen und der sportliche Unterschied

23. January 2013

Mit guten Vorsätzen ist das so eine Sache. Meist überleben sie nicht einmal die Entsorgung der Weihnachtsbäume Anfang / Mitte Januar. Trotzdem – und vielleicht gerade deshalb – habe ich mich zumindest an einem Vorhaben für 2013 fest gebissen: Ich will wieder mit Sport anfangen. (Darf man “wieder” anfangen sagen, wenn die einzige sportliche Betätigung in den letzten vier Jahren sporadische Yoga-Kurse waren? Oder sollte man dann fairerweise einfach bloß von “anfangen” sprechen?)

Ich und Du oder Wir? Wachstumsschmerz.

14. November 2012

Da gibt es dieses Buch von Sarah Kuttner, das ich schon seit längerem lesen wollte. “Wachstumsschmerz”. Es handelt davon, dass er und sie zusammenziehen und was dann passiert. Selbstbild.  Wir-Gefühl. Loslassen. Fallenlassen. Selbstaufgabe? Vielleicht wäre es für mich jetzt an der Zeit, das Buch zu kaufen. (Oder schon zu spät?) Denn Ende der Woche ist es soweit. Nach zwei Jahren Beziehung und zwei parallel bewohnten Single-Wohnungen ziehen wir zusammen. Und hier sitze ich, zwischen meinen ersten gepackten Kisten, und frage mich, ob wohl etwas anders wird.

Die Sache mit Mr. Murphy

01. October 2012

„Alles, was schief gehen kann, wird auch schiefgehen.“ Diesen Spruch, in dieser oder einer anderen Version, kennen wir sicher alle. Er ist fies, er ist pessimistisch, er ist wahr. Murphys Gesetz. Im täglichen Leben finden wir dieses Gesetz immer wieder bestätigt: durch die Schlange an der Kasse, in der man steht, und in der es natürlich am langsamsten voran geht, obwohl sie ursprünglich die kürzeste war; durch den Regenguss, in den man gerät, weil man ausnahmsweise keinen Schirm dabei hat und dachte, 10% Regenwahrscheinlichkeit müssten ziemlich trocken sein

Junggesellenabschiedswahnsinn

17. August 2012

Ein wochendlicher Gang über Hannovers Maschseefest. Nordufer. Fressbuden, Getränkestände, Eventbühne. Hoffnungslos überfüllt mit Menschen. Tolle Stimmung. Gutes Wetter, angenehm warme Temperaturen, obwohl die Sonne sich schon hinter dem Horizont verkrochen hat. Eine gute Freundin und ich kämpfen uns zu einem Cocktailstand durch, wünschen uns sehnlichst Happy Hour Preise herbei und schlürfen überteuerten Mojito. Und überall sind sie: Junggesellenabschiede. Wohin man auch schaut. Eine regelrechte Heiratsepidemie scheint ausgebrochen zu sein. Männergruppen in unwitzigen Motto-T-Shirs, der zukünftige Bräutigam in einem albernen Kostüm. Frauengruppen, meistens etwas origineller in ihrer Outfitwahl, gern mit schrillen Perücken, Krönchen, Brautschleiern oder im Schulmädchenlook.

Berufstätiges ruhiges Paar sucht…

19. July 2012

Wohnungssuche. Mal wieder. Seit Wochen. Erfolglos. Frustrierend. Und diesmal zu zweit. Was es nicht unbedingt leichter macht, da man doch ein bisschen unterschiedliche Vorstellungen hat, aber zumindest irrt man nicht allein durch die Straßen und Immobilienanzeigen Hannovers. 3-4 Zimmer, ab 80qm, Balkon, am liebsten in der List. Bezahlbar, renoviert. Eigentlich machbare Bedingungen.

Jeden Tag werden bei Immobilienscout ein paar neue Wohnungen eingestellt. Da ist sie dann für gewöhnlich dabei: perfekte Größe, perfekte Lage, tolle Zimmeraufteilung, hell, großer Balkon, Einbauküche. Aber: zu sofort. Bitte? Hallo? Zu sofort? Morgen umziehen, oder was? Wie kann man von uns solche Spontanität erwarten? Und wo zum Teufel war diese Wohnung vor zwei Monaten?

Public Viewing für Dummies

26. June 2012

Am vergangenen Freitag war es so weit. Mein erstes Public Viewing. Deutschland gegen Griechenland, Viertelfinale. Hannover, Waterloo. Rund 20.000 Fans. Schwarz-rot-gold überall. Fanchöre und Fahnenschwenker. Gute Stimmung, gutes Wetter, gute Erfolgsaussichten auf den Einzug ins Halbfinale. Ich war bestens gerüstet. Deutschlandtrikot, schwarz-rot-goldene Kriegsbemalung im jubelbereiten Gesicht. Und angesichts der dunklen Wolken, die der 0 %-Regenwahrscheinlichkeit von Google Wetter lautstark zu widersprechen schienen, hatte ich einen Schirm in der Handtasche. Es gab sozusagen nichts, auf das ich nicht vorbereitet war. Außer auf das Public Viewing selbst.

Valentinstag, geliebter Tag des Konsums

14. February 2012

Tag der Liebe und der Freundschaft. Überall Herzchen, Werbung für Pralinen, Schmuck und Blumengrüße. Heute ist es wieder soweit: Zeigt Euren Liebsten Eure Liebe! Mit neuen Ohrringen, Konzertkarten, teurer Schokolade, romantischen Aktionen, einem Candle-Light-Dinner mit anschließendem Filmabend und mindestens 20 roten Rosen, am besten per Blumenkurier direkt an den Arbeitsplatz. Und wie jedes Jahr kann ich nur den Kopf darüber schütteln… Denn, mal ehrlich, braucht die Liebe einen bestimmten Tag? Sollte man nicht jeden Tag des Jahres dazu nutzen, den Menschen, die einem wichtig sind, genau das auch zu zeigen? Sich zum Valentinstag etwas zu schenken, das finde ich ungefähr so romantisch wie die Institution “Roseninder”.

Kommunikation oder Komplikation?

23. January 2012

„Kommunikation ist unwahrscheinlich.“ Niklas Luhmann. Definitiv ein weiser Mann. Aber ich denke, er liegt falsch. Ich bin eine Frau. Kommunizieren gehört zu unserem Wesen, zu unserer Auffassung von Zwischenmenschlichkeit. „Wir können nicht nicht kommunizieren.“ Das hat übrigens Paul Watzlawick gesagt. Auch ein weiser Mann. Doch wie weise sind Männer und Frauen beim Thema Kommunikation wirklich? Wann erleichtert uns das Reden das Zusammenleben, und wann verkomplizieren Worte alles nur unnötig?

Viele Beziehungen sind an mangelnder Kommunikation gescheitert, viele bestehen nur noch aufgrund des (im besten Fall einvernehmlichen) Totschweigens einiger – eigentlich wichtiger – Punkte. Wie erkennt man, worüber man reden sollte und worüber nicht?

Same procedure as every year

29. December 2011

Es ist wieder so weit. Das Jahr 2011 neigt sich seinem Ende zu, ist an seinem Verfallsdatum angelangt. Es geht am Stock und kann sich kaum noch rühren. Noch zwei Tage, nur wenige Stunden, und 2011 beißt ins Gras. Ein Jahr endet, ein neues beginnt. Die Menschen kaufen Feuerwerk und arbeiten an ihren Vorsätzen fürs neue Jahr (nicht rauchen, abnehmen, Sport treiben, neuen Job finden…), die sie sowieso nicht einhalten werden.

Und hier sitze ich, wie jedes Jahr Ende Dezember, trinke ein Glas Wein und blicke zurück. Es ist eigenartig – anstatt mich auf das zu konzentrieren, was kommen mag (schließlich liebe ich es, Pläne zu schmieden und an ihrer Realisierung zu arbeiten), schaue ich mir in diesen Tagen nur die Dinge an, die geschehen und somit nicht mehr veränderbar sind. Und messe mich daran.